Die 18-jährige Stefanie Mayr schreibt Trabrennsport-Geschichte
Bei der Amateur-Europameisterschaft der Damen im ungarischen Budapest sicherte sich die ABZ/HAK Lambach Schülerin sensationell den Europameistertitel und holte damit Gold nach Österreich. Gleichzeitig ist sie die jüngste Teilnehmerin des diesjährigen Bewerbs und die jüngste Europameisterin in der Geschichte dieser Meisterschaft.
Austragungsort der Titelkämpfe war der traditionsreiche Kingsem Park in Budapest, wo Fahrerinnen aus insgesamt 13 Nationen gegeneinander antraten. Nach drei von sechs Läufen lag Stefanie Mayr mit elf Punkten noch auf Rang sechs und schien bereits aussichtslos zurück. Doch die Enkelin des vielfachen Austria-Champions Gerhard Mayr bewies enorme Nervenstärke und kämpfte sich eindrucksvoll zurück. Mit einem Sieg und einem zweiten Platz in den beiden abschließenden Rennen setzte sie sich am Ende sensationell an die Spitze des Gesamtklassements.
„Ich war vor dem ersten Start schon sehr aufgeregt. Dann hat sich das aber ein bisschen gelegt“, erzählt Stefanie Mayr nach ihrem Triumph. „Ich kann dann gut in mich gehen und mich von außen nicht verunsichern lassen. Im Rennen selbst bewahre ich Ruhe und kann mich individuell auf die Pferde einstellen.“
Die Europameisterschaft stellte die Teilnehmerinnen dabei vor besondere Herausforderungen: Die Pferde werden zugelost und von Trainern und Besitzern des Veranstaltungsortes zur Verfügung gestellt. Zeit, die Pferde kennenzulernen, bleibt kaum. „Man muss die Auslosung abwarten. Danach schaut man sich an, wie die Pferde zuletzt gelaufen sind, spricht mit Trainern und Besitzern über die beste Taktik und den Charakter der Pferde“, erklärt die frischgebackene Europameisterin. „Die Vorbereitung mit dem Pferd dauert ungefähr zehn Minuten – dann geht das Rennen schon los.“
Ein fixes Ritual vor dem Rennen habe sie nicht, sagt die 18-Jährige: „Wichtig ist für mich, die Situation noch einmal in Ruhe durchzugehen und mögliche Rennverläufe im Kopf durchzuspielen. Aber man weiß nie, was passiert – im Rennen muss man schnell reagieren.“
Großen Rückhalt erhielt Stefanie Mayr von ihrer Familie und ihren Freunden, die sie vor Ort und zuhause unterstützten. „Meine ganze Familie und einige Freunde waren dabei. Außerdem hatte ich riesengroßen Support von zuhause und von allen Freunden, die live mitgefiebert haben.“
Auch sportlich zeigte die junge Österreicherin konstant starke Leistungen. In ihren vier Rennen belegte sie die Plätze sechs, drei, zwei und eins – und krönte sich damit schließlich zur Europameisterin.
„Es war einfach wunderschön, überhaupt teilnehmen zu dürfen. Und dann noch Europameisterin zu werden, ist einfach unglaublich“, freut sich Mayr. „Ich habe so tolle Mädels aus den anderen Ländern kennengelernt und wir hatten richtig viel Spaß.“
Stillstand kommt für die ambitionierte Nachwuchsfahrerin aber nicht infrage. Ihre nächsten Ziele hat Stefanie Mayr bereits klar vor Augen: „Einfach weiter so machen. Mein Ziel ist es, 2026 wieder Staatsmeisterin zu werden, um erneut zur Europameisterschaft fahren zu dürfen.“